Hinter der Kamera

Neulich als ich 10 Jahre alt wurde, also vor etwa 34 Jahren, bekam ich eine Polaroid-Kamera geschenkt. Leider hatte ich als Kind nicht die Mittel, ständig neue Filmboxen zu kaufen und so war relativ zügig Schluss mit der Kinderfotografie. Dann war ich kein Kind mehr und habe mir immer mal wieder die tolle Spiegelreflex meiner Mama ausgeliehen. Filme konnte ich mir immer noch nicht in ausreichender Menge leisten, so dass es nur immer mal wieder Phasen exzessiver Knipsereien gab, aber keine kontinuierliche Fortführung des Hobbys. So ging das immer weiter und weiter, sozusagen als Quartalsleidenschaft.


Und dann begann ich mit einem Freund eine Sportart in Deutschland zu etablieren, die älter war als die derzeitige Republik selbst. Futsal. Und für die Öffentlichkeitsarbeit brauchten wir Bilder. Futsalbilder. Die gab es nicht. Also kauften wir eine digitale Spiegelreflexkamera und dann machte ich eben die Bilder, die uns fehlten. Und plötzlich wurde ich Vater. Das hat nichts mit dem Futsal zu tun, aber mit einer Wendung in meinem fotografischen Schwerpunkt. Menschen, Familie, Kinder, das war das, was ich fotografieren wollte, es aber nicht wusste. Bis eben zu dem Zeitpunkt des Vaterwerdens.Und jetzt ist so, dass der Sport weniger geworden ist und dass die Kinderfotografie, das Fotografieren von Familien und letztlich auch das inszenierte Modelshooting in meinen fotografischen Fokus gerückt ist.